LHC Status:
Winter Shutdown

Aktuelle Meldungen - 2009
oder



16.12.2009
Das Weihnachtsfest steht auch den Physikern bevor. Das CERN schliesst deshalb seine Tore bis zum 3. Januar 2010. Heute um 18 Uhr wurde der Shutdown für den LHC eingeleitet und der Zugang zum Tunnelsystem wieder freigegeben. Erste Injektionen im neuen Jahr sind für Februar 2010 geplant. Die Techniker erhalten damit Gelegenheit letzte Tests an den Magneten und den Instrumenten, insbesondere dem Quench Protection System, im Tunnel durchzuführen, bevor die Tunnelsysteme wieder versiegelt werden. Danach wird die Energie des Beschleunigers schrittweise auf 3.5 TeV hochgefahren und mit Spannung die ersten Kollisionen bei einer Schwerpunktenergie von 7 TeV erwartet. Am Tag dieser ersten High-Energy-Kollisionen werden nicht nur die Physiker an vordester Front sitzten. Das CERN hat für diesen besonderen Tag die öffentlichen Medien eingeladen, um die ganze Welt an diesem Ereignis teilnehmen zu lassen.

Bisher registrierten die 4 grossen Detektoren über eine Million Proton-Proton Kollisionen. Am 14.12.2009 gelang es zudem, in beiden Strahlrohren jeweils 16 Protonenpakete zirkulieren zu lassen. Dieses Jahr geht damit für das CERN überaus erfolgreich zu Ende.


16 Protonenpakete nach Absorption im Beam Dump.
Die blaue Linie stellt die berechnete Flugbahn resp. den Aufschlagspunkt der Pakete dar.
Quelle: CERN


ATLAS: 2.36 TeV Kollision
Teilchenjets (gelb) mit einer Energie von 23 GeV und 16 GeV.
Quelle: ATLAS-Experiment


ALICE: 2.36 TeV Kollision
Aufzeichnung des Inner Tracking Systems.
Quelle: ALICE Collaboration


CMS: 2.36 TeV Kollision
Detektion zweier Myonen mit einer Energie von 3.03 GeV.
Quelle: CMS Outreach


LHCb: 2.36 TeV Kollision Quelle: LHCb Reconstruction


13.12.2009
Auf indirektem Weg konnte der CMS-Detektor das neutrale Pion nachweisen. Das Pion zerfällt mit einer Wahrscheinlichkeit von 98.8 % in zwei Photonen. Die Photonen wurden durch das ECAL des CMS-Detektors registriert. Durch die Gesamtenergie der beiden Photonen, kann auf die Masse des urspünglichen Teilchens geschlossen werden (Ruhemasse des Pions: 0.135 GeV/c2). Solche Daten dienen zurzeit der Kalibrierung des Detektors.

Aufgrund eines Problems mit dem Cold Compression System im Sektor 1-2, musste der Strahl gestern gegen 23 Uhr, im Beam Dump entsorgt werden. Das Cold Compression System hat die Aufgabe das Helium von 4 Kelvin auf 1.9 Kelvin abzukühlen. Durch den Ausfall kam es im Sektor 1-2 zu einem geringfügigen Temperaturanstieg. Inzwischen konnte das Problem aber behoben werden.


Energiepeak der beiden Photonen (γγ) Quelle: CMS


08.12.2009
Am CERN jagt zurzeit ein Rekord den nächsten. Heute um 21:40 Uhr wurden die Protonen auf 1.18 TeV beschleunigt und im ATLAS Detektor zur Kollision gebracht. Die Teilchen kollidierten dabei bei einer Schwerpunktenergie von 2.36 TeV. Die Schwerpunktenergie beschreibt die Summe der Gesamtenergien (1.18 TeV + 1.18 TeV) aller beteiligten Teilchen, bezüglich des Schwerpunktes (Interaktionspunkt) des Gesamtsystems. ATLAS warf damit einen ersten Blick, in einen bislang unerforschten Energiebereich.


2.36 TeV Event Quelle: ATLAS-Experiment


07.12.2009
Der LHC ist nun kaum 3 Wochen in Betrieb und trotzdem konnten bereits die Daten der ersten Kollisionen verwertet werden. Die Daten aus 284 Kollisionen im ALICE-Detektor trugen massgeblich dazu bei, dass eine erste Studie auf dem Preprint-Server arXiv.org (dem internationalen Server für wissenschaftliche Abhandlungen und Studien) nach nur 3 Tagen akzeptiert und veröffentlicht wurde. Mit Hilfe der Kollisionsdaten von ALICE konnte die Dichte der Pseudorapidität ermittelt werden. Die Pseudorapidität ist ein Mass für den Winkel der Teilchenbahnen aus dem Interaktionspunkt in Bezug zur Strahlachse. Die Studie belegt damit die bereits gemessenen Werte, welche durch den Beschleuniger SppS (Super Proton Antiproton Synchrotron), in den 80er Jahren am CERN bestimmt werden konnten.

Vom CMS-Detektor konnten gestern die ersten Jets gemessen werden. Ein solcher Teilchenjet entsteht durch das sog. Confinement. Ist die Kollisionsenergie zweier Protonen gross genug, können sich zwei Quarks voneinander entfernen und dabei Quark-Antiquark Paare erzeugen. Dieser Prozess wiederholt sich so oft, bis die Anfangsenergie in Materie umgewandelt ist (Hadronisierung). Die Flugrichtung der Teilchen die dabei entstehen, ist durch die Richtung des ersten Teilchens bestimmt, was dazu führt, dass alle Teilchen einen trichterförmigen Jet bilden. Die Form und Energie dieses Trichters erlaubt Rückschlüsse auf die Kollisionsprodukte.


Kollisionsdaten die als Grundlage für die Studie diente. Quelle: ALICE Collaboration


Detektion zweier Jets (gelb) mit einer Energie von jeweils 20 GeV. Quelle: CMS Outreach


06.12.2009
Die Lebenszeit der beiden Teilchenstrahlen konnte auf 25 Stunden erhöht werden. Zudem umliefen zum ersten mal mehrere Protonenpakete gleichzeitig die beiden Strahlrohre (je 4 Pakete pro Strahlrohr). Die maximale Paketkapazität liegt bei 2808 Protonenpaketen pro Strahlrohr.


4 Teilchenpakete nach Absorption im Beam Dump.
Die blaue Linie stellt die berechnete Flugbahn resp. den Aufschlagspunkt der Pakete dar.
Quelle: CERN


30.11.2009
Um 00:42 Uhr, drei Stunden nachdem der erste Strahl auf 1.08 TeV beschleunigt wurde, konnte bei simultanem Betrieb beider Strahlrohre, eine Energie von 1.18 TeV erreicht werden. In der folgenden Woche wird nun versucht, die Luminosität des Teilchenstrahls schrittweise zu erhöhen, um dabei gleichzeitig die Stabilität des Strahls zu gewährleisten. Bei höherer Luminosität kommt es im Interaktionspunkt zu häufigeren Kollisionen, was wiederum für die statistische Aussagekraft der Detektoraufzeichungen eine wichtige Rolle spielt.


Auf zum Weltrekord Quelle: CERN


29.11.2009
Gestern wurde erfolgreich die Strahlauskopplung in den Beam Dump bei P6 getestet. Neben dem Kollimatorsystem, dient der Beam Dump zur Strahlentsorgung. Der Beam Dump besteht aus einem rund 7 Meter langen Graphitblock, in welchem die Energie des Teilchenstrahls gefahrlos in Wärme umgewandelt wird.

Heute um 21:55 Uhr wurden die Protonen auf 1080 GeV beschleunigt. Damit konnte ein neuer Weltrekord aufgestellt und das Tevatron in den USA um 100 GeV übertroffen werden. Der LHC ist damit offiziell der leistungsstärkste Beschleuniger der Welt.



1.18 TeV Weltrekord! Quelle: CERN


Beschleunigerringe des Tevatron Quelle: Fermilab


27.11.2009


Die Highlights der Startphase Quelle: CERN


24.11.2009
Heute gegen 00:30 Uhr gelang es zum ersten mal die Protonen, durch die Hohlraumresonatoren, auf 540 GeV zu beschleunigen. Die Lebenszeit der Protonen bei gleichzeitigem Betrieb der beiden Strahlrohre, konnte zudem bis auf eine Stunde erhöht werden.



Beschleunigungsdiagramm:
Beim Schnittpunkt der braunen ansteigenden Linie
und der grünen abfallenden Linie, liegt die bisher höchste erreichte
Energie (540 GeV).
Quelle: CERN


23.11.2009
Der Justierungsprozess kommt gut voran. Inzwischen konnte die Stabilität eines einzelnen Protonenstrahls bis auf mehrere Stunden erhöht werden. Heute Mittag erfolgte zum ersten mal die Injektion der Protonen in beide Strahlrohre. Ohne dass die Operatoren eingreifen mussten, zirkulierten die Teilchen für eine halbe Stunde im und gegen den Uhrzeigersinn.

Früher als erhofft gelangen heute auch die ersten Kollisionen bei 450 GeV. Die Protonen konnten bei allen 4 Interaktionspunkten (IP1, IP2, IP5, IP8) zur Kollision gebracht werden. Dabei zeichneten ALICE, LHCb, ATLAS und CMS die ersten Kollisionsdaten auf. LHCb konnte bisher noch keine Proton-Proton Kollisionen verzeichnen. Die Aufzeichnungen entstanden aus Kollisionen der Protonen mit dem Restgas im Strahlrohr.



Erste Kollision im ALICE Detektor Quelle: ALICE Collaboration


Erste Kollision im LHCb Detektor (Proton-Restgas Kollision) Quelle: LHCb Reconstruction


Erste Kollision im ATLAS Detektor Quelle: CERN


Erste Kollision im CMS Detektor Quelle: CERN


22.11.2009
In den vergangenen Stunden wurden die Abläufe der Startphase mehrmals wiederholt und weiteres Feintuning vorgenommen. Zudem konnten ALICE und LHCb erste Splash-Events registrieren. Der Teilchenstrahl wurde dabei durch TED-Absorber (Transfer line External beam Dump), die sich rund 300 Meter vor den Experimenten befinden, gestoppt. In den folgenden Tagen und Wochen werden weitere Tests aller Systeme durchgeführt. Bis jetzt umrundeten die Teilchen nur kurzzeitig, den rund 27 Kilometer langen Ring. Nun geht es darum, die Magnete so zu tunen, dass dadurch eine stabile Teilchenbahn erreicht werden kann. Ausserdem wurden bisher die beiden gegenläufigen Strahlrohre nur einzeln betrieben. In einem nächsten Schritt wird man versuchen, die Teilchen gleichzeitig im und gegen den Uhrzeigersinn rotieren zu lassen. Verlaufen diese Testphasen erfolgreich, werden die kinetischen Energien der Teilchen schrittweise erhöht.

Gestern Abend führte kleineres Problem mit dem Vakuum des Vorbeschleunigers LINAC 2 dazu, dass kurzzeitig keine Protonen für den LHC bereitgestellt werden konnten. Das Problem konnte aber schnell behoben werden und danach weitere Injektionen eingeleitet werden.

Je nach den Konditionen der Maschine, könnten noch vor Weihnachten 2009 die ersten "Low-Energy"-Kollisionen, bei Energien von 1.2 TeV stattfinden. Falls 1.2 TeV erreicht werden kann, wäre dies ein schönes Weihnachtsgeschenk für das CERN. Denn damit hätte der LHC den bisher leistungsfähigsten Teilchenbeschleuniger, das Tevatron in den USA, entthront. Die Leistung des Tevatron liegt bei 1.0 TeV. Im nächsten Jahr wird dann eine Erhöhung der LHC Leistung auf 3.5 TeV angestrebt.


LHCb Splash-Event Quelle: LHCb Reconstruction


ALICE Splash Quelle: ALICE Collaboration


Splash-Ereignis durch den ALICE-Subdetektor PHOS detektiert. Quelle: ALICE Collaboration


21.11.2009
Auch die zweite Injektion der Protonen über die Transferlinie TI 8 verlief problemlos. Die Protonen durchliefen danach erfolgreich den gesamten Ring gegen den Uhrzeigersinn. In den folgenden Stunden erfolgen weitere Injektionen, um den Strahl zu tunen und die verschiedenen Komponenten des Beschleunigers zu testen. Die Protonen werden nach ihrer sehr kurzen Zeit im Speicherring durch Kollimatoren gestoppt. Diese "Entsorgung" der Teilchen, geschieht vorzugsweise vor den Experimenten des LHC, um die daraus entstehenden wertvollen Teilchenschauer für erste Detektortests zu nutzen. ATLAS und CMS konnten in den vergangenen Stunden dadurch viele wertvolle Daten sammeln.

Diese überaus erfolgreiche Inbetriebnahme des Beschleunigers, stellt einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Geschichte des CERN dar.


Detektion vom TRT des ATLAS Detektors. 20. Nov. 20:37 Quelle: ATLAS-Experiment


Teilchenschauer im CMS-Detektor. 20. Nov. 23:40 Quelle: CERN


CERN Control Centre - erster halber Ringumlauf Quelle: CERN


CERN Control Centre - erster vollständiger Ringumlauf (22:00 Uhr) Quelle: CERN


20.11.2009 - 22:00
Am heutigen Tag wurden die letzten Vorbereitungen für die erste Teilchenumrundung in Angriff genommen. Heute Abend war es dann soweit. Zuerst wurden Protonen, über die Transferlinie TI 2, im Uhrzeigersinn in den LHC Speicherring injeziert und dann schrittweise von einem Sektor in den nächsten geleitet. Danach gelang die erste Umrundung des gesamten Speicherrings. Dabei umliefen die Protonen den Speicherring mehr als 500 mal. Danach wurde die Flugbahn der Teilchen optimiert und die Hohlraumresonatoren auf die Umlauffrequenz abgestimmt werden . Die Protonen konnten dadurch den Ring, mehr als 10 Millionen mal umlaufen. Als nächstes wird eine volle Umrundung gegen den Uhrzeigersinn in Angriff genommen. Bis jetzt läuft alles wie vorgesehen.


Gebanntes warten im CERN Control Centre... Quelle: CERN


...und Erleichterung nach erstem erfolgreichem Ringumlauf. Quelle: CERN


Interview mit Rolf Heuer, Generaldirektor des CERN Quelle: CERN


10.11.2009
Am letzten Freitag den 06.11.2009 begann der Auftakt zum zweiten Injektionstest. Die Protonen wurden zuerst gegen den Uhrzeigersinn injeziert und durchquerten dabei den LHCb-Detektor, bis sie kurz vor dem CMS-Experiment durch einen Kollimator gestoppt wurden. Die aus dem Kollimator gestreuten Teilchen, wurden dabei vom CMS-Detektor registriert. Die inneren Detektoren des CMS waren auch hier aus Sicherheitsgründen deaktiviert. Die in die Gegenrichtung injezierten Protonen, durchquerten den ALICE-Detektor und wurden am Point 3 gestoppt.


Zweiter Injektionstest 2009 Quelle: CERN


CMS-Detektion der Teilchenstreuung des Kollimators.
Rot: ECAL
Blau: HCAL
Gelb/Violett: Myonsystem
Quelle: CERN


03.11.2009

Am Dienstag 3. November 2009 kam es zu einem kleineren Zwischenfall im Kühlsystem des LHC. In einem der oberirdischen Stromverteiler für das Kühlsystem der Sektoren 7-8 und 8-1, trat ein Kurzschluss auf. Durch diese Störung wurde das Kühlsystem durch ein automatisches Sicherheitssystem heruntergefahren. Auf der Suche nach der Ursache der Störung, fand man auf den Stromleitungen der Energieverteiler ein Stück Brot, das den Kurzschluss auslöste. Da sich diese Energieverteiler an der Oberfläche und im Freien befinden, gelangte das Brotstück vermutlich durch einen Vogel dort hin.
Durch die automatische Abschaltung des Kühlssystems kam es in den Sektoren 7-8 und 8-1, zu einem geringfügigen Anstieg der Temperatur um ca. 6 °C (-265 °C). Das automatische Sicherheitssystem, das auch bei normalen Stromausfällen startet, hat dabei wie vorgesehen funktioniert. Käme es während des Betriebs der supraleitenden Magnete zu einem solchen Zwischenfall, würde ein weiteres Sicherheitssystem den Stromfluss der Magnete sofort automatisch umleiten, um einen Quench zu verhindern. Der Defekt durch den Kurzschluss konnte schnell behoben werden und die Sektoren wurden in der darauf folgenden Nacht wieder auf ihre Arbeitstemperatur heruntergekühlt.

Da von dem mutmasslichen Vogel keine Überreste gefunden werden konnten, kann man annehmen, dass er durch die Hochspannungsleitungen glücklicherweise nicht zu Schaden kam.


Energieverteiler Quelle: CERN


28.10.2009
Am letzten Wochenende war es soweit. Zum ersten mal, seit dem Vorfall letzten Jahres, wurden Bleiionen und Protonen in den LHC-Speicherring injeziert. Am Freitag erfolgte die Injektion eines Bleiionenpaketes und danach die Injektion eines Protonenpaketes über die Transferlinie TI 2 in den LHC. Beide Pakete durchquerten erfolgreich den ALICE-Detektor, bevor sie am Point 3 durch einen TDI (injection beam absorber), einem rund 4 Meter langen Kollimator, gestoppt wurden. Dieser Injektionstest konnte zudem für eine erste Kalibrierung einzelner Subdetektoren von ALICE genutzt werden.

Am Samstag erfolgte eine Injektion eines Protonenpakets über TI 8. Es durchquerte den LHCb-Detektor und wurde dann am Point 7 gestoppt. Die Subdetektoren des LHC-b Experiments blieben dabei vorerst deaktiviert, da eine geringfügige Abweichung des Protonenstrahls, den sehr Nahe am Strahl angebrachten Vertexdetektor, beschädigen könnte. Ein weiteres Highlight dieses erfolgreichen Wochenendes war das Einschalten und die ersten Tests des LHC-b Magneten.

In den kommenden Tagen erfolgen weitere Injektionstests und die Vorbereitungen für den grossen Tag der "ersten" offiziellen Ringumrundung.


Erster Injektionstest 2009 Quelle: CERN


Position der Ionen am Point 2 kurz vor dem ALICE-Detektor Quelle: CERN


19.10.2009
Die Cooldownphase der Sektoren ist abgeschlossen. Alle Sektoren haben damit ihre Arbeitstemperatur von 1.9 K (-271.4 °C) erreicht. In mehreren Testphasen werden nun die Stromkreisläufe der supraleitenden Strukturen unter Spannung gesetzt und die Stromstärke schrittweise von 2000, 4000 und schliesslich auf 6000 Ampere (nötige Stromstärke bei 3.5 TeV) erhöht.

Ebenso befindet sich das neue Quench Protection System in der Testphase. Dies erfordert die Überprüfung tausender elektrischen Verbindungstellen zwischen den Magneten. Die bisherigen Tests bestätigen die hohe Leistungsfähigkeit des neuen Systems, dass zum Schutz vor Überspannungen installiert wurde.

Für die zweite Inbetriebnahme des LHC, liegt bereits ein Konzept vor. So ist eine 5-wöchige Testphase geplant, in der Injektions- und Umlauftests durchgeführt werden.
In einem ersten Schritt wird ein Protonenpaket in den LHC-Speicherring injeziert. Dieses Paket wird den Ring im Uhrzeigersinn, bei der nominellen Injektionsenergie des SPS von 450 GeV, umlaufen. Wenn das klappt, erfolgt einige Stunden später die Injektion gegen den Uhrzeigersinn. In den folgenden zwei Wochen werden diese beiden Prozeduren öfters wiederholt, um das Tuning der Magnete vorzunehmen. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Tests, sind die ersten Zusammenstösse der Protonen an den 4 Kollisionpunkten (Interaction Point) des LHC geplant. Die Detektoren werden damit die ersten Teilchenspuren bei 450 GeV aufzeichnen. In diesem Energiebereich werden zwar keine neuen Erkenntnisse der Physik erwartet, aber dennoch sind diese Aufzeichnungen sehr wichtig für die Feinjustierung der Detektorelemente.

In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Erhöhung der Stromstärke der Dipolmagnete und die Beschleunigung der Protonenpakete durch die Hohlraumresonatoren des LHC. Wenn soweit alles funktioniert, könnten bereits vor Weihnachten 2009 die ersten Kollisionen bei erhöhter Teilchenenergie stattfinden.


Interview mit Serge Claudet über das LHC-Kühlsystem Quelle: CERN


Aktuelle Durchschnittstemperatur der Sektoren Quelle: CERN


02.10.2009
Der Cooldown der Sektoren verläuft soweit problemlos. Im Moment befinden sich nur noch Sektor 3-4 und 6-7 in der Abkühlphase. Die anderen 6 Sektoren haben ihre Arbeitstemperatur von 1.9 Kelvin erreicht. In diesen Sektoren werden nun Tests der Stromversorgung in Verbindung mit dem neuen Quench Protection System (QPS) durchgeführt.

Desweiteren wurde in den vergangenen Wochen die Funktionen der Vorbeschleuniger geprüft. Dazu durchliefen sowohl Protonen wie auch Bleiionen erfolgreich die gesamte Injektionskette LINAC - (LEIR) - PSB - PS - SPS, bevor sie nach den Transferlinien TI 2 und TI 8 durch einen Graphitblock gestoppt wurden.


Interview mit Dr. M. Meddahi Quelle: CERN


Position der Protonen nach TI 2 Quelle: CERN


05.09.2009
Der im Sektor 6-7 aufgetretene Kurzschluss konnte behoben werden. Auslöser für den Kurzschluss war eine Schraube, die Aufgrund des Aufwärm- und Abkühlprozesses und die damit einhergehenden Materialkontraktionen, Isolationsmaterial in Mitleidenschaft gezogen hatte. Ebenfalls erfolgreich verlief die Reparatur der Vakuumisolierungen in den Sektoren 2-3 und 8-1.

Alle Sektoren befinden sich nun in der Abkühlphase, um die Magnete auf ihre Arbeitstemperatur von -271.4 °C zu bringen.


26.08.2009
Am 20.08.2009 wurde an den Dipolmagneten im Bereich 6-7 ein Kurzschluss festgestellt. Die Abkühlung des Sektors musste daraufhin unterbrochen und eine erneute Aufwärmung eingeleitet werden. Da der Zeitplan für die Abkühlung dieses Sektors 2 Wochen vor Sektor 8-1 lag, wird die Reparatur voraussichtlich keinen oder nur einen geringfügigen Einfluss auf den Starttermin im November haben.


07.08.2009
Der LHC wird in diesem und im nächsten Jahr nicht seine volle Leistung erreichen. Man entschied sich dafür, dass die Maschine im November 2009 erstmal nur auf 3.5 TeV hochgefahren wird. Diese Energie ist bereits gross genug um erfolgsversprechende Experimente durchzuführen. Ausserdem können dadurch wertvolle Erfahrungen über den Betrieb der Maschine gewonnen werden. Nächstes Jahr soll dann die Leistung langsam auf 5 TeV gesteigert werden und noch vor Ende 2010 sind die ersten Bleiionenkollisionen geplant. Der Entschluss die Maschine erstmal bei niedrigerer Energie zu fahren, wurde gefällt nachdem erneute Probleme bei den Verbindungsstellen zwischen den supraleitenden Magneten auftraten.

Diese Verbindungsstellen bestehen aus einer Führungsschiene aus Kupfer, in welche die supraleitenden Stromkabel der Magnete eingefasst sind. Die Kupferstabilisatoren haben die Aufgabe, im Falle eines Quenchs innerhalb der Verbindungstelle, den hohen Stromfluss abzufangen. Einige dieser Stabilitatoren zeigten in Tests einen erhöhten Widerstand, der beim Betrieb von 7 TeV zum selben Vorfall führen könnte, wie er im Septemter 2008 auftrat. Ausführliche Analysen zeigten aber, dass die erhöhten Widerstände für einen Betrieb bei 5 TeV kein Risiko darstellen.
Ende 2010 erfolgt der geplante Wintershutdown. Diese Zeit wird dann genutzt, um die restlichen Stabilisatoren für den Betrieb von 7 TeV auszulegen.


16.07.2009
In den Sektoren 8-1 und 2-3 wurden zwei Lecks am Vakuumsystem des Heliumkreislaufs entdeckt. Da die Temperatur dieser Sektoren bei 80 Kelvin (-193 °C) liegt, muss nun ein Teil der Sektoren für die Reparatur erwärmt werden. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Zeitplan. Die geplanten ersten Injektionen verschieben sich auf Mitte November.


10.07.2009
Sämtliche Reparaturen im Sektor 3-4 sind nun abgeschlossen. Sobald die Vakuumisolationen der Magnete die Lecktests bestanden haben, kann mit dem Abkühlen des Sektors begonnen werden. In den anderen Sektoren werden noch Widerstandtests der Verbindungsstellen zwischen den Magneten durchgeführt. Nachdem diese abgeschlossen sind werden auch diese Sektoren abgekühlt.

Seit dem Vorfall im September letzten Jahres, wurden am LHC-Speicherring diverse Modifikationen vorgenommen:

- 39 Dipolmagnete und 14 Quadrupolmagnete wurden ersetzt.
- 54 elektrische Verbindungstellen mussten vollständig repariert werden, bei 150 war nur eine geringfügige Reparatur nötig.
- auf einer Länge von 4 Kilometern mussten die beiden Strahlrohre gereinigt werden.
- bei 50 Quadrupolmagneten wurden bewegliche Führungsschienen angebracht, die eine Querbewegung der Magnete verhindern sollen.
- am Heliumsystem wurden ca. 900 Überdruckventile installiert.
- für das neue Quench Protection System wurden insgesamt 6000 Sensoren installiert und 250 Kilometer Kabel verlegt.
- Erweiterung des Kollimatorsystems um 20 neue Kollimatoren.


22.06.2009
Der geplante Start im September 2009 verschiebt sich voraussichtlich um einen Monat. Im Sektor 4-5 wurde eine Verbindungsstelle mit erhöhtem Widerstand gefunden, was auf eine weitere fehlerhafte Verbindungstelle hindeutet. Der betroffene Sektor wird nun von 80 Kelvin (-193 °C) auf Raumtemperatur gebracht, um den Bereich genauer zu untersuchen.


28.05.2009
Da durch den Vorfall am 19. September 2008 viel Zeit verloren ging, wird dieses Jahr voraussichtlich auf den jährlichen Wintershutdown verzichtet. Diese Winterpause dauert normalerweise von November bis Mai, da zu dieser Zeit die Strom- und Heizkosten erheblich höher ausfallen als sonst. Durch die Zwangspause hat der LHC weniger Kosten verursacht. Das Budget dieser Einsparung kann nun für die höheren Energiekosten im Winter eingesetzt werden.


15.05.2009
Aufgrund des Defekts der im September 2008 auftrat, mussten die Magnete der Sektoren wieder auf Raumtemperatur gebracht werden. Sollte es nicht zu weiteren Verzögerungen kommen, wird voraussichtlich im Juli 2009 mit dem Abkühlen der aufgewärmten Sektoren begonnen werden. Der zweite offizielle Start des LHC wird dann im September 2009 stattfinden.


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